Die erste transatlantische Reise der Welt – 100-jähriges Jubiläum des Luftschiffs „Norge“

Am 12. Mai 2026 feiern wir den 100. Jahrestag der Beendigung der Reise des Schiffes von Ekeberg zum Nordpol.

Das Luftschiff „Norge“ auf der Ekebergsletta
Das Luftschiff „Norge“ auf der Ekebergsletta, bereit zum Abflug am 5. Mai 1926. Foto: Anders Beer Wilse/Oslo Museum

Am 12. Mai 1926 erreichte das Luftschiff „Norge“ den Nordpol. Die Norge-Expedition war die weltweit erste transpolare Reise. Die Besatzung bestand aus acht Norwegern, darunter Roald Amundsen. Sechs Italiener unter der Leitung von Umberto Nobile, ein Schwede und der Amerikaner Lincoln Ellsworth waren ebenfalls an Bord. Letzterer steuerte eine beträchtliche Geldsumme zur Expedition bei.

Amundsen, der am 14. Dezember 1911 die norwegische Flagge am Südpol hisste, hisste am 12. Mai 1926 eine norwegische Flagge am Nordpol. Am 5. Mai 2026 begehen wir den 100. Jahrestag des Abflugs des Luftschiffs „Norge“ aus Oslo.

Roald Amundsen am Honnørbryggen im Jahr 1925

Schon früh auf Sendung

Bereits 1915 erwarb Amundsen als erster ziviler Pilot in Norwegen die Fluglizenz. Das Fliegen über den Nordpol bot zahlreiche Vorteile. Es ermöglichte die Kartierung großer Gebiete in kurzer Zeit, ohne durch das Eis behindert zu werden. Amundsen unternahm mehrere Versuche, den Nordpol mit einem Wasserflugzeug zu erreichen. Im Frühjahr 1923 unternahm er mit dem Flugzeug „Elisabeth“ seinen ersten Versuch, der jedoch erfolglos blieb. Zwei Jahre später folgte ein neuer Versuch, diesmal mit zwei in Italien hergestellten Flugzeugen, der N24 und der N25. Das erstgenannte Flugzeug erlitt irreparable Schäden, und die N25 musste landen, um Hilfe zu leisten. Vom 21. Mai bis zum 15. Juni saßen sie auf dem Eis fest. Amundsen und sein Team mussten eine Landebahn anlegen, um die N25 wieder in die Luft zu bringen. Sie schafften es auf wundersame Weise, und die unglaubliche Geschichte sorgte für großes Medieninteresse.

Am 5. Juli kam Amundsen mit der N25 in Oslo an und wurde am Hønnørbryggen empfangen. Tausende jubelnde Menschen waren zu diesem Anlass erschienen, und Amundsen wurde im Schloss zu einem Festessen eingeladen. Auch wenn die Expedition von 1925 das Ziel Nordpol nicht erreichte, war sie für das Luftschiff „Norge“ von zentraler Bedeutung. Sie verlieh Amundsens Heldenstatus neue Kraft. Er gewann neue Partner und dringend benötigte finanzielle Unterstützung.

Spannung pur

Das Luftschiff „Norge“ war ursprünglich ein italienisches Luftschiff. Es wurde von Umberto Nobile konstruiert. Im Herbst 2025 wurde das Luftschiff offiziell übergeben und in „Norge“ umbenannt. Auf der Reise über den Nordpol kam es zu einer deutlichen Kluft zwischen den Norwegern und den Italienern. Das Verhältnis zwischen Amundsen und Nobile war angespannt, insbesondere aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über Führungsstil, Interessen und Ehre. Formell hatte die Norge-Expedition drei Leiter. Amundsen bestimmte die Tagesordnung und legte Ziele und Fristen fest. Ellsworth brachte das Geld mit. Nobile, der als Luftschiffingenieur der führende Fachmann war, wurde widerwillig als dritter Leiter akzeptiert.

Die Reise nach Norwegen führte von Rom über Pulham in England, Oslo, Leningrad und Vadsø nach Spitzbergen. Auf Spitzbergen war eigens für diesen Anlass ein Luftschiffhangar errichtet worden.

Nach der Expedition war Amundsen enttäuscht über die mangelnde Aufmerksamkeit, die ihm zuteilwurde. Es waren Nobile und die Italiener, die den größten Ruhm für diese Leistung ernteten. Das Luftschiff war italienisch und hatte keine größeren Schwierigkeiten mit der transpolaren Reise, sodass Amundsen in der Medienberichterstattung selten als Pionier der Expedition dargestellt wurde. Dies führte zu einer Verachtung gegenüber seinem ehemaligen Kooperationspartner, was für ihn selbst fatale Folgen hatte.

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